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Der zweiundzwanzigjährige Martin Schwammer lebt seit Kurzem in Bern, wo er eine Stelle in der Sterilgutversorgung des Krankenhauses angenommen hat. In diesem Bern fließt die Aare von Norden nach Süden und mündet im Mattequartier direkt ins Mittelmeer. Ein Inselchen, das Kirchenfeld, ist der Küste vorgelagert. Städte wie Genua oder Marseille gibt es nicht, die Alpen sind ein Mythos. Während Martin als Kind wegen seiner Ehrlichkeit immer wieder in Schwierigkeiten geraten ist, hat er inzwischen gelernt zu lügen. Eines Tages inszeniert er am Strand eine Begegnung mit der neunzehn Jahre älteren Valerie und spielt ihr ein romantisches Interesse vor. Sein eigentliches Augenmerk gilt aber ihrer Familie und deren Vergangenheit. Ihn plagen Schuldgefühle und Träume von eingesperrten Insekten und Spinnen, Krebsen, Schnecken und Würmern – von wirbellosen Tieren. Und als rückgratlos sieht er sich auch selbst …
Nach seinem erfolgreichen Debütroman "Scheinwerfen", in dem er der Macht der Erinnerung nachspürt, erzählt Giuliano Musio in "Wirbellos" von Feigheit und der Kunst der Lüge. Mit großer Lust lässt er seinen Protagonisten ein Lügengebilde aufbauen, bis dieser selbst den Überblick verliert. Und spätestens als die gekenterte "Costa Concordia" vor der Berner Küste liegt, droht alles einzustürzen.