Den Autorinnen und Autoren dieses Bandes gelingt es aufzuzeigen, dass die Aufständischen ein klares politisches Gestaltungsbewusstsein besaßen. Ihr Ziel war meist kein Systemsturz, sondern die Teilhabe durch Reformen und Kooperation mit der Obrigkeit. Materiell waren häufig Ressourcenkonflikte und Verteilungsprobleme ausschlaggebend, während religiöse Motive erst im Übergang zum 16. Jahrhundert als Legitimationsstrategie dienten. Trotz breiter Bündnisse über Standesgrenzen hinweg scheiterten viele Bewegungen an interner Instabilität. Gewalt fungierte dabei oft als gezieltes symbolisches Kommunikationsmittel. Insgesamt wird der Bauernkrieg so als Teil einer kontinuierlichen europäischen Protestkultur verständlich.
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