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Vom Krieg ist zu reden. Stärker als zuvor ist der Krieg in letzten Jahren wieder ins Bewusstsein auch der westlichen Gesellschaften gehoben worden. Das Phänomen ist so alt wie die Menschheit, oft bekämpft, aber niemals endgültig besiegt worden. Das wirft die Frage auf, wie die spannungsvolle Widersprüchlichkeit von Frieden und Krieg heute - unter den bekannten Bedingungen der Spätmoderne - überhaupt erfasst werden kann. Erkennbar wird eine ganz andere Fragehaltung: Wie können wir uns überhaupt über das Phänomen Krieg verständigen? Christian Wevelsiep gibt Antworten auf diese Frage.Historisch betrachtet leitete der dringende Wunsch nach Einhegung des Krieges die Beschäftigung mit diesem an. Gesucht wurden die Bedingungen eines provisorischen oder »ewigen« Friedens. Doch die vielen bedenkenswerten Entwürfe einer kommenden Friedensordnung sind letzten Endes an der Realität gescheitert. Besser scheint es daher, an einer gewissermaßen »vorletzten« Frage anzusetzen: Wie denken wir den Krieg, wie erfassen wir ihn als Phänomen in der sozialen Welt und wie können wir ihn also erzählen? Eine Annäherung an das Thema kann nur über den Weg einer Methodik gelingen, die verschiedene geisteswissenschaftliche Traditionen verknüpft. Historiographie, Hermeneutik und Phänomenologie bilden zusammen eine Allianz für die Erzählungen vom Krieg. Diese Zentrierung auf die Frage nach der Erzählbarkeit macht einen Unterschied zu den Diskursen der Gegenwart, in denen die politische und literarische Wehrhaftmachung zu dominieren scheint. Jenseits dessen, so die These des vorliegenden Werkes, lohnt es sich zu fragen, wie Krieg in einer Kultur wahrgenommen wird und was es bedeutet, den Krieg als polemogene Form zu verstehen.Das Werk Vom Krieg erzählen ist auf drei Bände angelegt. Die Bände 2 und 3 sollen im Herbst 2026 bzw. im Frühjahr 2027 erscheinen.