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Verschwörungserzählungen sind längst in Beratungszimmern und Therapiepraxen angekommen. Fachkräfte begegnen ihnen täglich, fühlen sich dabei aber oft unsicher, überfordert oder sogar bedroht. Häufig stecken hinter Verschwörungsglauben jedoch nachvollziehbare psychologische Bedürfnisse, etwa der Wunsch nach Kontrolle, Zugehörigkeit oder Sinnstiftung. Dieses Buch schließt eine Lücke in der deutschsprachigen Praxisliteratur. Es präsentiert erstmals einen respektvollen, haltungsoffenen und methodisch fundierten Ansatz für die Arbeit mit verschwörungsgläubigen Menschen und deren Umfeld - basierend auf langjähriger Erfahrung. Anhand realistischer Fallbeispiele aus Paar-, Familien-, Freundschafts- und Arbeitskontexten zeigen die Autor:innen, wie Verschwörungserzählungen Konflikte auslösen, Beziehungen belasten und welche Funktionen sie für die Betroffenen erfüllen. Aufbauend auf einer systemischen und gestalttherapeutischen Perspektive werden konkrete Methoden, Gesprächs- und Fragetechniken vermittelt wie auch eine Haltung, die sich in der Arbeit mit verschwörungsgläubigen Menschen und deren Angehörigen bewährt haben. Das Buch bietet zudem praxisnahe Hilfen für unterschiedliche Settings (face to face, Video, Telefon, anonym), Hinweise zu ethischen Fragen sowie Schritt-für-Schritt-Anleitungen für Interventionen und den Umgang mit emotionalen und konfliktgeladenen Situationen. Beratende gewinnen so nicht nur Wissen, sondern auch Mut, Klarheit und Handlungssicherheit und können damit zur Prävention von Radikalisierung und zum Schutz gesellschaftlichen Zusammenhalts beitragen.
Die Autor:innen: Tobias Meilicke; Studium der Politikwissenschaft, Islamwissenschaft und Soziologie; Weiterbildungen in systemischer Einzel-, Paar- und Familientherapie; ausgebildete Insoweit erfahrene Fachkraft zum Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung nach 8a SGB VIII, Antigewalt- und Deeskalationstrainer sowie Gestalttherapeut; aktuell Co-Projektleitung von dist[ex] - Entwicklung einer bundeszentralen Infrastruktur für Distanzierungs- und Ausstiegsarbeit; Geschäftsführer Interdisziplinäres Zentrum für Radikalisierungsprävention und Demokratieförderung e.V. (IZRD). Sarah Pohl, Dr.; Diplom Pädagogin, systemische Paar und Familienberaterin sowie Heilpraktikerin für Psychotherapie; seit 2020 Leitung der vom Kultusministerium Baden Württemberg geförderten Zentralen Beratungsstelle für Weltanschauungsfragen (ZEBRA BW) in Freiburg; als Autorin und Referentin aktiv. Sylvia Weiß; Studium der Empirischen Kulturwissenschaft und Soziologie (B. A.) sowie Migration und Diversität (M. A.); Systemische Beraterin (DGSF); ausgebildete Insoweit erfahrene Fachkraft zum Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung nach 8a SGB VIII; seit 2021 als Beraterin bei der Beratungsstelle veritas und parallel als Referentin tätig.