Eine Frau am Strand geht kurz schwimmen – und währenddessen wird ihr Smartphone gestohlen. Umstehende sehen es, greifen jedoch nicht ein. Ein Mann ist in eine Grachten gefallen und ruft laut um Hilfe. Passanten gehen vorbei, doch niemand reagiert. Situationen wie diese stehen in starkem Gegensatz zu dem Bild, das wir gern von uns selbst hätten: Menschen, die helfen, wenn Hilfe gebraucht wird. Menschen, die eingreifen, wenn etwas offensichtlich falsch läuft.
Doch soziologische und psychologische Forschung der letzten Jahrzehnte zeichnet ein anderes Bild. Zwei berühmte Experimente haben unser Verständnis menschlichen Verhaltens besonders geprägt: das Gehorsamkeitsexperiment von Stanley Milgram – auch bekannt als Stromschock-Experiment – sowie das ebenso berüchtigte Stanford Prison Experiment. Beide Studien werden in diesem Buch ausführlich analysiert – verbunden mit der Frage, welche Schlüsse wir daraus über den Menschen ziehen können.
Die Ergebnisse sind ebenso faszinierend wie beunruhigend: Menschen sind weit stärker beeinflussbar, als wir glauben. Alltägliche soziale Prozesse können unser Verhalten tiefgreifend verändern – oft ohne dass wir es merken. Und manchmal fehlt uns die Kraft, uns ihnen zu widersetzen. Dabei spielt die Umgebung eine entscheidende Rolle: Unter den falschen Umständen kann beinahe jeder Mensch zu Dingen fähig sein, die er sich selbst nie zugetraut hätte.
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