Zeit, wenngleich unsichtbar, ist sinnlich wahrnehmbar und ein wesentlicher Faktor bildlicher Darstellung. Im Bild zeigt sie sich, wenn kleine oder große Ereignisse miteinander in Beziehung gesetzt werden. Das Buch beschäftigt sich mit diesem In-Beziehung-Setzen als bildkünstlerischer Zeit-Erzeugung und nimmt dabei insbesondere situative Beziehungen in den Blick. Sie werden individuell gesetzt und haben anders als die großen christlichen Zeitordnungen keine regulierende Funktion. Indem sie sich 'der Zeit' nicht als großes Ganzes annähern, sondern Zeit über die Erfahrbarkeit von Dauer, Gleichzeitigkeit oder Zählbarkeit erschließen, rücken sie das Dargestellte an die Lebenswelt der Gläubigen an. In den Blick genommen werden diese Zusammenhänge anhand von Werken aus Spätantike, frühem und hohem Mittelalter. Damit steht eine Zeitspanne im Mittelpunkt, deren Artefakte bisher kaum auf eine differenzierte Reflexion des Zeitlichen hin befragt wurden.
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