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Als Elfjähriger verbringt Jonas Blaum gemeinsam mit seinen Eltern und den beiden Geschwistern ein Jahr in Saudi-Arabien - der Vater hat sich als Arzt an eine Klinik in Riad berufen lassen. Den Deutschen fällt es nicht leicht, sich in dem fremden Land einzuleben, und als eines Tages das jüngste Kind der Blaums, ein Mädchen, das sich selbst als Junge versteht, spurlos verschwindet, wenig später zwar körperlich unversehrt, aber verstört und ohne Sprache wieder auftaucht, kehrt die Familie überstürzt nach Deutschland zurück.
Im Frühjahr 2015 reist Jonas Blaum, mittlerweile selbst Arzt, suchtkrank und von Zweifeln geplagt, erneut in den Nahen Osten, diesmal nach Amman. Dort wird ihm ein Junge in die Obhut gegeben, der an einer rätselhaften Krankheit leidet. Blaum kann dem Kind, das ihn an den größten Verlust seines Lebens erinnert, nicht helfen, und als es eines Tages verschwindet, ergibt sich für den Arzt ein beängstigender Verdacht.
In bedrängenden Bildern erzählt Svenja Leiber in ihrem neuen Roman von einer individuellen Katastrophe und der einer ganzen Region. Der Wettlauf um das Leben eines Kindes wird dabei zum Sinnbild für einen doppelten Kampf: gegen die Erstarrung des Einzelnen im Korsett gesellschaftlicher Definitionen und gegen die Macht überalterter Regime.