Die Sprache Unserdeutsch entstand im 20. Jahrhundert während der deutschen Kolonialisierung in Papua-Neuguinea und gilt heute mit weniger als 75 Sprecher:innen als kritisch gefährdet. Obwohl Unserdeutsch durch den Status als einzige bekannte deutschlexifizierte Kreolsprache, als moribunde Minderheitensprache und vom Kolonialismus geprägte Kontaktvarietät von großer Bedeutung für unterschiedliche Forschungsdisziplinen ist, ist die Sprache noch kaum erforscht. Diese Arbeit bietet nun erstmals eine umfassende strukturelle Analyse der Variation in Unserdeutsch, basierend auf Interviews mit den letzten Sprecher:innen der Sprache, die mit unterschiedlichen statistischen Methoden ausgewertet wurden. Bei der Untersuchung liegt der Fokus auf der Frage, welche gesellschaftlichen und sprachlichen Aspekte die Verwendung bestimmter Formen beeinflussen. Dazu wird unter anderem die Rolle von Sprachkontakt sowie der Einfluss des Status als bedrohte Sprache mit wenigen Sprecher:innen untersucht. Diese Arbeit vereint durch ihre interdisziplinäre Herangehensweise mehrere Forschungsgebiete miteinander und liefert damit wichtige Anknüpfungspunkte für zukünftige Studien zur Variation in bedrohten Sprachen und Minderheiten- und Kreolsprachen.
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