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Angetrieben von Ehrgeiz und Leistungsdruck verbrachte ich bei meinem vorherigen Job viele Abende mit meinem Team im Büro. Gemeinsame Überstunden schweißten zusammen, und wir wurden zu Freunden. Arbeiten war unser einziges Hobby - ein Satz, den wir oft im Spaß sagten. Stress wurde zur treibenden Kraft und ich wuchs täglich über mich hinaus. Doch zu welchem Preis? Nach Feierabend blieb Erschöpfung und kaum Energie für das Leben außerhalb der Arbeit. Der Job war lehrreich, voller Herausforderungen und Karrieremöglichkeiten. Aber irgendwann kam die Frage auf: Setze ich wirklich die richtigen Prioritäten?Dieses Ringen kennen sicherlich viele. In einer Gesellschaft, in der Leistung zählt, gilt Erfolg oft als Maß aller Dinge. Und doch entscheiden sich mindestens ein Fünftel der Beschäftigten irgendwann für eine Veränderung: Sie reduzieren ihre Arbeitszeit, überdenken ihre Karrierewege oder orientieren sich neu. Was hat sie dazu bewogen? In unserer Titelgeschichte betrachten wir die psychologischen Hintergründe des sogenannten Downshifting und zeigen auf, was es bedeutet, wenn Arbeit nicht mehr das Zentrum des Lebens ist.Ich selbst habe damals gekündigt, um mich beim Reisen neu zu sortieren und herauszufinden, was mir wirklich wichtig ist. Heute arbeite ich ausgeglichener und erfüllter als zuvor. Der Ausstieg aus dem rückblickend ungesunden Hamsterrad war für mich also die richtige Entscheidung und ein persönlicher Erfolg. Und der sollte nicht weniger wichtig sein als der berufliche Erfolg - oder?Eine inspirierende Lektüre wünscht Ihnen Melina Hellmann.