Die Untersuchung geht der Frage nach, wie Eheschließungen in aktuellen deutschen standesamtlichen und kirchlichen Traureden charakterisiert, gedeutet und legitimiert werden. Hierfür wird eine Fülle an Professionsliteratur herangezogen: Im Zentrum stehen knapp 400 Traureden, flankiert von Rechtstexten, Verwaltungsvorschriften und Ratgeberliteratur sowie dogmatischen, liturgischen und pastoraltheologischen Schriften.
Im Rahmen eines komparatistischen Forschungsdesigns wird eine Methodik entworfen, die intertextualitäts-, topos- und systemtheoretische Ansätze kombiniert. Damit werden in den religiösen und nichtreligiösen Ansprachen zunächst geteilte rhetorische Muster, Bilder und Stereotype identifiziert, welche mit dem Anlass verbundene Normen, Ideale und Konventionen transportieren. Ebenso werden systemspezifische Anschlüsse und deren Selektion deutlich. Auf den deskriptiven Vergleich folgen die Einbettung und Auswertung der Befunde mithilfe von prozesstheoretischen Ansätzen. Als besonders relevant erweist sich hier die Anpassung von Staat und Kirchen an die im Zuge von Säkularisierungsprozessen herausgebildete Eigenständigkeit des Intimsystems. Schließlich erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Rede von einer Sakralisierung von Ziviltrauungen angesichts dessen, was standesamtliche und kirchliche Trauungsangebote jeweils leisten können.
We publiceren alleen reviews die voldoen aan de voorwaarden voor reviews. Bekijk onze voorwaarden voor reviews.