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"1955 erschien aus der Hand der französischen Nonne Carmen Bernos de Gaszold ein Gedichtband unter dem Titel "Prières dans l’Arche" – Gebete aus der Arche. Diese Gebete werden den Tieren in den Mund gelegt, die mit Noah, in der drangvollen Enge der Arche vereint, das Ende der Sintflut erwarten. Die Dichterin folgt einer Tradition – man denkt an Äsop, La Fontaine und Goethe – wenn sie im Wesen der Kreaturen Spiegelungen menschlicher Schwächen, Fehler und Tugenden erkennt. Denn die in der Wasserwüste gefangenen Tiere reden so fromm, furchtsam, selbstgerecht und banal, wie es menschlich wäre. Und auch das Allzumenschliche – Hoffart, Leichtsinn, Neid – kommt zu Wort. Nur dass die Ichbefangenheit der betenden Tiere ihrer Unschuld keinen Abbruch tut. Ihre bedingte und bedrängte Natur findet Gedanken, die uns ein sympathisierendes Lächeln abgewinnt. Der Zyklus schien mir zur Vertonung geeignet, weil er ein religiöses Thema unprätentiös und originell vorträgt und ein Stück ermöglicht, das die übliche Trennung zwischen "weltlich" und "geistlich" überschreitet und Konzertsaal und Kirche in Anspruch nehmen kann. Zur Besetzung: Der Frauenchor muss aus den vier üblichen Stimmlagen 1. und 2. Sopran, 1. und 2. Alt bestehen, wobei auch noch Stimmteilungen vorkommen. In Nr. 9 "Gebet der Taube" wird noch ein (aus dem Chor zu bildendes) Soloquartett gebraucht. Der Instrumentalpart besteht aus einer Oboe und einem Streicherquintett (1. und 2. Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass). Die Besetzung soll solistisch sein, kann aber bei den Streichern (und wenn die Klangbalance zum Chor dies wünschenswert macht) zu einem kleinen Kammerorchester erweitert werden. Der Charakter der Instrumente, ihre Techniken und Farben, erlauben mir realistische Klangmetaphern und physiognomische Parallelen – so, wenn das Cello im Duett mit dem Alt die hochmütige Giraffe in grossintervalligen Sprüngen deutet, die rasende Geschäftigkeit der Ameise sich in schnellen Violinbariolagen ausdrückt oder die Oboe ein naturalistisches Rabengekrächz hören lässt. Der Zyklus beginnt mit dem Gebet des Noah. Man stelle sich das Gedränge und Geschrei vor, dass die Arche erfüllt, die hochgehenden Wogen, den prasselnden Regen, und mitten darin den Urvater Noah, dem sich der Ausruf entringt: "Herr, was für ein Zirkus!" Seine Ausbrüche korrespondieren mit dem auf- und niederwogenden Streichersatz, bis der Sturm sich legt, die Wogen sich glätten und Noah in der mehrmals gedehnten Phrase "Es dauert lange" seine Ergebung und Hoffnung ausdrückt. Nach dem pharisäischen Gebet der Giraffe ergreift die Schildkröte das Wort. Ihr Instrument ist die Bratsche. Ihre schnaufende Kurzatmigkeit hindert sie, ihr Gebet zusammenhängend zu sprechen. Der fleissigen Ameise – sie erbost sich sehr über die Grille, deren Wirtshausmusik sie unterbricht – folgt der Hahn mit hellen und scharfen Tönen. Er ist es, der die Sonne aufgehen lässt; man kann es in dem sich auffaltenden Klang der Coda hören. Der vergessliche Schmetterling taumelt in immer neu variierten Oboenfiguren durch die gläsernen Sommerklänge von Streicherflageoletts, bis es ihm einfällt, was er sagen wollte: "Amen". Das Schwein bekennt sich zu seiner schnüffelnden und grunzenden Natur, die, von den Streichern mit rauhem Bogendruck gezeichnet, in der Coda durch eine stille F-Dur-Kantilene eine sonderbare Verklärung erfährt. "Vor uns die Sintflut" ruft der Rabe, und sein durchdringender Oboenschrei übertönt das Wogen und Schwanken der Streicher, die hier Motive aus dem "Gebet des Noah" wieder aufnehmen. In der darauf eintretenden Stille bieten die Instrumente verschiedene Themen an, die folgenlos verschwinden – um nach dem Altsolo "Die Arche wartet" sich in einem ruhig-feierlichen a-cappella-Satz mit alternierendem Soloquartett wieder zusammenzufinden und das Werk in reinem Es-Dur beschliessen." Alfred Koerppen Schwierigkeitsgrad: 4