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Liebe aus zweiter Hand deckt die generationstypischen Wesensmerkmale der postmodernen Erzählkunst prägnant auf. Die elf Erzählungen, die das Buch umfasst, sind facettenreich, sie unterscheiden sich u. a. in Perspektiven, Schauplätzen und Erzähltechniken, elf Erzählungen, die nach dem Lesen noch lange im Gedächtnis bleiben.
Gemeinsam ist allen Erzählungen das Element des Grotesken, der schwarze Humor, der die Handlung begleitet, bis hin zur überraschenden Auflösung des erzählerischen Knotens. Gemeinsam ist den Figuren die Tragik, die ihr Leben überschattet und die doch gleichzeitig etwas unendlich Komisches in sich trägt. Ideenreich und originell, ist dieser Erzählband ein Querschnitt über das gesamte Spektrum der Liebe. Dabei ist Liebe nicht nur als geschlechtliche Liebe zu verstehen, es geht ebenso um elterliche Liebe, Selbstliebe oder Liebe zur Kunst; doch die Liebe sämtlicher Protagonisten trägt krankhafte Züge an sich, schlägt in Ekel oder Hass um oder endet in Desillusion. Da ist die Familie, die aus ihrem Alltag sämtliche visuellen Ausdrücke streicht, um ihrem blind zur Welt gekommenen Sohn sein Handikap zu verheimlichen. Oder der Junge, dem Picasso einen Minotaurus auf die Brust tätowiert und dessen Weg ab nun durch die Museen der Welt führt, als Kunstobjekt. Oder Eufemia, die die Abendschule besucht, um Sekretärin zu werden, der jedoch die Liebe in den Weg kommt.