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Um 1960 brach auf breiter Front ein neues Lebensgefühl auf, getragen von den ungeheuren Möglichkeiten, die die Realität und die Schönheit der Welt bieten. Die Welt als einen Organismus zu verbildlichen, in dem alles gleichwertig ist und sich gegenseitig bedingt, wurde von der Faszination für neue Techniken und alle nur möglichen Materialien begleitet. Zudem gelangte der Betrachter in den Fokus, wurde Akteur oder sogar Teil des Kunstwerks. Kinetische Objekte verursachten optische Effekte und verunsicherten das Auge. In der Minimal Art und Conceptual Art war der Betrachter gefordert, das Wahrgenommene mit Bedeutung zu belegen oder das Kunstwerk allein in der eigenen Vorstellung entstehen zu lassen. Pop Art war modernes Lebensgefühl, thematisierte das Banale, das Triviale in einer Bildwelt ohne hierarchische Ordnung. Die Sensibilisierung der Sinne forderten Happening und Fluxus. Land Art bezog feinstoffliche Energien ein. Materialien des Alltags sollten komplexe Bezüge innerhalb der Dingwelt bewusst machen, zudem das Gedächtnis, die Geschichte der Materialien ins Kunstwerk einbeziehen. Gegen Ende des Jahrhunderts erwachte die Malerei zu unerwartet neuem Leben. Die große Aufgabe der Architektur in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg war der Wiederaufbau ganzer Städte und Stadtteile mit all ihren Bedürfnissen nach Wohnen, Kultur und Versorgung. Die großen Architekten wie Le Corbusier, Hans Scharoun, Egon Eierman, Mies van der Rohe oder Alvar Aalto fanden auf der Grundlage des zu Beginn des 20. Jahrhunderts gesetzten "Internationalen Stils" zu Bauwerken neuer Ordnungen. Seit Ende der 1970er Jahre entwickelte sich Architektur allmählich als singuläres Kunstwerk. Bauten entstanden in noch nie gesehenen Formen, in noch nie dagewesenen Größenordnungen, mit noch nie gekannten technischen Neuerungen. Doch als Kontrapunkte erklangen auch leise die "Neue Sensibilität" und schließlich das "Subtile Bauen".