Katastrophendarstellungen in Literatur und Kunst verweisen auf einen Grundwiderspruch: Naturkatastrophen erscheinen einerseits als Herausforderung der symbolischen Ordnung, zugleich sind sie immer schon kulturell gedeutet. Die Dichtung selbst ist an der Entstehung dieser Deutungsmuster beteiligt. Sie kann jedoch nicht nur auf die eigene Deutungsleistung reflektieren, sondern sie auch problematisieren und blockieren. Vor diesem Hintergrund untersucht Laura Isengard die erzählte Naturgewalt in ausgewählten Texten des deutschsprachigen Realismus als krisenhafte 'Wahrnehmungsstörung'. Am Beispiel der erzählten Katastrophe wird die Spannung zwischen Realismus und Idealismus sichtbar gemacht.
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