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Die bislang wenig beachtete Immobilien-»Arisierung« als Teil der NS-Enteignungspolitik und der Kampf um Restitution nach 1945 werden erstmals für eine der wichtigsten -jüdischen Gemeinden untersucht.In der NS-Enteignungspolitik spielten Immobilien eine eher nachgeordnete Rolle. Auch die historische Forschung hat diesen Aspekt der wirtschaftlichen Enteignung der jüdischen Bevölkerung bisher wenig beachtet. In Frankfurt am Main jedoch, der zweitgrößten jüdischen Gemeinde im Deutschen Reich, befand sich ein wesentlicher Teil jüdischen Vermögens in privaten und gewerblichen Liegenschaften. Die Geschichte des Raubs dieser Immobilien wird hier zum ersten Mal systematisch untersucht.Ins Zentrum stellt Mirjam Schnorr die verschiedenen Phasen der Immobilien-»Arisierung«, die nach 1933 schleichend einsetzte, 1938/39 ihren Höhepunkt erreichte und mit den Deportationen ab 1941 sukzessive zu einem Ende kam. Zugleich wird die Frage der Rückerstattung nach 1945 beleuchtet, einer Phase, die durch die verheerenden Folgen des Holocaust und die Ambivalenzen zwischen alliierten und deutschen Institutionen geprägt war. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Frankfurter Stadtverwaltung mit dem Bauamt als zentralem Akteur, denn die Stadt war ein Profiteur der Immobilien-»Arisierung«. Anhand zahlreicher Beispiele macht die Autorin die Perspektive der betroffenen jüdischen Immobilienbesitzer sichtbar. Sie kann damit zeigen, wie tiefgreifend der Verlust von Haus und Grund in die Biografien eingriff und wie mühsam der Versuch war, in der Nachkriegszeit Kompensation zu erstreiten.