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Von "Deutsch-Südwestafrika" bis zur Unabhängigkeit: Ein Traumland und seine Traumata
Wer nach Namibia kommt, ist überwältigt von der Weite des Landes, beeindruckt von den unzähligen Zeugnissen vergangener Kulturen, könnte verwundert sein über die weithin sichtbaren Spuren deutscher Kultur und sprachlos angesichts der erbarmungslosen Kolonialherrschaft in "Deutsch-Südwestafrika". Henning Melber erzählt die Geschichte Namibias von den frühen Gesellschaften über die koloniale Unterdrückung und die demütigende Apartheid bis zur demokratischen Gegenwart. Ein eindrucksvolles, so kritisches wie hoffnungsvolles Porträt eines großen, endlich freien Landes, dessen Geschichte vielfältig mit der deutschen verwoben ist.
Das Land, das heute Namibia heißt, kann auf eine jahrtausendealte Kulturgeschichte blicken. Doch seit dem 18. Jahrhundert wurden die hier lebenden Gesellschaften von europäischen Walfängern, Händlern, Siedlern und Missionaren bedrängt, und schließlich etablierte das Deutsche Kaiserreich seine brutale Kolonialherrschaft, die mit dem Völkermord an den Herero und Nama den Tiefpunkt erreichte. Der ungebrochene Widerstandsgeist der Namibier zeigte sich konsequent seit den 1960er Jahren, als der Kampf gegen die südafrikanische Besatzung und Apartheidpolitik eskalierte. Erst 1990 erlangte Namibia nach Jahrzehnten der Fremdherrschaft die Unabhängigkeit und ist seitdem eine funktionierende Demokratie, die mit den Schwierigkeiten einer Befreiungsbewegung an der Macht und den Hypotheken aus der Kolonialzeit, die Wirtschaft und Gesellschaft bis heute belasten, umgehen muss. Henning Melbers kenntnisreicher Überblick lädt dazu ein, Namibia, das Land im Süden Afrikas, kennenzulernen.