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Er machte ihr einen Heiratsantrag beim zweiten Treffen. Sie lehnte ab – und verstand ihn trotzdem besser als irgendjemand sonst. Als Lou Andreas-Salomé 1882 dem jungen Friedrich Nietzsche in Rom begegnete, war sie zweiundzwanzig Jahre alt, er achtunddreißig. In den wenigen intensiven Monaten ihrer Freundschaft führten sie Gespräche, die Nietzsche selbst als die bedeutsamsten seines Lebens bezeichnete. Ein Jahrzehnt später, während der Philosoph geisteskrank in der Obhut seiner Schwester dahindämmerte und sein Ruhm ganz Europa erfasste, schrieb Lou Andreas-Salomé dieses Buch.
Es war die erste umfassende Biographie und Werkinterpretation Nietzsches – verfasst von einer Autorin, die zeitweilig zum engsten Vertrautenkreis des Philosophen gehörte. Doch Andreas-Salomé idealisiert nicht. Mit kühlem, psychologisch geschärftem Blick liest sie Nietzsches Werke als ein einziges großes Selbstbekenntnis: als ein komplexes Spiel von Masken, als tragischen Selbstentwurf eines Mannes, der seine innersten Erfahrungen in Gedanken verwandelte und seine tiefsten Wunden in Philosophie. Ihre provokante Schlussthese – dass Nietzsches Wahnsinn die unvermeidliche Konsequenz seiner eigenen philosophischen Überzeugungen war – sorgte für erheblichen Aufruhr.
Vehement bekämpft wurde das Buch von Seiten des Nietzsche-Archivs, dessen idealisierende Biographie von der Hand der Schwester Nietzsches ein Jahr später folgte und das Nietzsche-Bild fortan prägte. Doch die Geschichte gab Lou Andreas-Salomé recht. Wie Anna Freud, Tochter Sigmund Freuds, später bezeugte, hatte Andreas-Salomé mit diesem Buch die Psychoanalyse gleichsam vorweggenommen. Und Erwin Rohde, langjähriger Weggefährte Nietzsches, urteilte schlicht: Nichts Besseres, tiefer Erlebtes sei je über Nietzsche geschrieben worden.
Ein Buch, das zwei außergewöhnliche Geister auf einzigartige Weise vereint – und das noch heute, mehr als ein Jahrhundert später, zu den hellsichtigsten Zeugnissen über einen der rätselhaftesten Denker der Moderne zählt.
Den Denker durch den Menschen erläutern – das war von Anfang an ihr Ziel. Und sie hat es erreicht.