Friederike Mayröcker (1924-2021) füllte so sprachselig wie erfindungsreich mehr als einhundert Bücher. Sie wusste sich zur Poesie berufen, verweigerte sich dem Erzählen und begeisterte mit Gedichten und an Gertrude Stein entzündeter Prosa vornehmlich jüngere Dichter. Mit ihren Bezügen zum Surrealismus und Dekonstruktivismus, voran Derrida, hielt sie die Literaturwissenschaft in Atem. Die Wienerin, die keine Feministin sein wollte, schuf den eigensinnigsten weiblichen Sprachkosmos ihrer langen Zeit. Im Jahr 2000 verlor sie Ihren "Herz- und Lebensmenschen", den Dichter Ernst Jandl. Bald gewann sie wieder Kraft und vollendete noch Bücher mit luziden Assoziationstexten, in denen Erdferne und trotziges Überleben zusammenfließen. Hans Haider, der ihr Schaffen als Literaturkritiker und Freund fünfzig Jahre lang begleitete, beschreibt die oftmals als "Königin der Poesie" gefeierte langjährige Nobelpreiskandidatin in einer ersten umfassenden Biographie, die zugleich Orientierung im Riesenwerk der Dichterin bietet.
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