Ein großer Teil der empirischen Familienforschung zu Trennungen und Scheidungen beschäftigt sich mit dem Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen. In der Vergangenheit wurden dazu meist Proxy-Angaben von Eltern herangezogen, während die Perspektiven der Kinder selbst bisher weniger berücksichtigt wurden. Das Ziel dieses Buches besteht darin, die Angaben von Eltern und Kindern in unterschiedlichen Familienformen einander gegenüberzustellen und zu analysieren, in welchem Ausmaß Diskrepanzen zwischen ihren Perspektiven bestehen. Neben einer systematischen Darstellung methodischer Erklärungsansätze aus verschiedenen Disziplinen werden dazu Surveydaten aus Deutschland ausgewertet. Die Ergebnisse machen deutlich, wie wichtig die Wahl des Informanten ist, um der Komplexität kindlichen Wohlbefindens gerecht zu werden. Zudem liefern sie wichtige Erkenntnisse für Forschende sowie für Entscheidungsträger in sozialpolitischen oder juristischen Bereichen.