Michel de Montaignes Essais (1580-1595) haben schon früh eine breite und komplexe internationale Wirkung entfaltet. Diese Rezeption, die in der Gegenwart eine globale Dimension erreicht hat, ist bisher nur partiell erforscht worden. Die Beiträge des Sammelbandes untersuchen bislang wenig beachtete Phasen dieser Rezeption und legen dabei einen Schwerpunkt auf den deutschsprachigen Raum, Italien, Spanien und hispanoamerikanische Länder. Teils fragen die Aufsätze nach längerfristigen Konjunkturen der Montaigne-Rezeption und nach ihren Bedingungen, teils analysieren sie einzelne Übersetzungen und Transferprozesse mit Blick auf ihre kulturellen Kontexte. Weitere Leitfragen gelten den Deutungen, die Montaignes Essais im Laufe der Jahrhunderte erfahren haben, sowie den vielfältigen Formen, die diese Aneignungen und Lektüren der Essais in Literatur, Philosophie und Wissenschaft angenommen haben. Der Band schließt damit Lücken in der Forschung zur Montaigne-Rezeption und gibt dieser Forschung neue Impulse in Gestalt weiterführender systematischer Fragen. Er ist darüber hinaus aber auch relevant für Forschungen zum Kulturtransfer, zur Rezeptionsgeschichte der frühneuzeitlichen Literatur und zur Weltliteratur.
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