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Die Covid-19-Pandemie von 2020 bis 2023 stellte die Welt vor eine bis dahin noch unbekannte, potentiell existenzbedrohende Herausforderung. Sie konfrontierte nicht nur Individuen mit ihrer Endlichkeit, sondern die Gesellschaften der Welt mit ihren regulatorischen Grenzen. Die Pandemie als Krise ist vorüber, ihre Folgen werden jedoch weiterhin diskutiert. Der vorliegende Band versammelt vielfältige, interdisziplinäre Perspektiven auf den wissenschaftlichen, sozialen und politischen Umgang mit der Covid-19-Pandemie und trägt zur bislang erst zaghaft anlaufenden Aufarbeitung bei.Während der Pandemie bemühten sich Regierungen weltweit um die Implementierung von Schutzmaßnahmen zur Rettung von Menschen und zur Wahrung des Rechts auf Gesundheit. Der Herausforderung der menschlichen Vulnerabilität angesichts dieser weltumspannenden Krise sollte dadurch begegnet werden können. Die Beiträge des Bandes diskutieren diese keinesfalls unkontroversen politischen Entscheidungen, ihre Vorannahmen, Implikationen und Folgen.Es geht unter anderem um den Begriff des Lebens, der spezifischen Maßnahmen zur Rettung von Leben zugrunde liegt. Gefragt wird außerdem, ob individuelles, die Schutzmaßnahmen einhaltendes Verhalten dazu geführt hat, dass eine Katastrophe ausgeblieben ist, und ob dieses Verhalten Vorbild sein kann für den Umgang mit anderen Krisen, etwa solchen, die den ökologischen Umbau der Gesellschaft betreffen. Darüber hinaus wird das Verhältnis von Wissenschaft und Politik im Hinblick auf die Un-/Möglichkeit evidenzbasierter Politik thematisiert, es wird auf die demokratische Legitimation der Coronapolitik und der Schutzmaßnahmen eingegangen sowie auf die Aus- und Nachwirkungen der Coronapolitik auf die Demokratie.Ziel ist dabei stets, ein Lernen für die Bewältigung zukünftiger Krisen zu ermöglichen, dies auch mit Blick auf ethische Probleme, die in derartigen Ausnahmesituationen in besonderer Dringlichkeit hervortreten.