Das Bremer Domkapitel war die wichtigste Einrichtung des in karolingischer Zeit entstandenen Erzbistums Hamburg-Bremen. Es war hervorgegangen aus dem seit dem frühen 10. Jahrhundert in den Quellen erscheinenden Domkloster, in welchem die engsten Helfer der frühen Bischöfe bzw. Erzbischöfe gemeinsam mit ihrem geistlichen Oberhaupt gelebt hatten. Das Bremer Domkapitel zeichnete sich dadurch aus, dass bis zu seiner Aufhebung nach dem Westfälischen Frieden die Spannbreite der sozialen Herkunft der Domherren vom bürgerlichen Gelehrten bis zum Hochadeligen reichte. Auch konfessionell war das Domkapitel im letzten Jahrhundert seines Bestehens gemischt, indem nun zwar die meisten Domherren protestantisch waren, bis zum Schluss aber katholische Kandidaten noch Aufnahme fanden. Unter den Bremer Domherren finden sich seit dem 10. Jahrhundert zahlreiche spätere Inhaber norddeutscher, skandinavischer und baltischer Bischofsstühle. Vor allem seit der Mitte des 16. Jahrhunderts überwog der Versorgungsaspekt: Viele spätere deutsche Landesherren wurden in jungen Jahren von ihrer Familie zunächst einmal mit einer Bremer Domherrenpfründe ausgestattet. Auch hatten Kriegsmänner, die sich in den Türkenkriegen des 16. Jahrhunderts oder im Dreißigjährigen Krieg verdient gemacht hatten, eine Präbende am Bremer Dom inne. Der Band präsentiert die Kurzbiografien der Domherren und der Bediensteten des Domkapitels.
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