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Was meinen wir eigentlich, wenn wir von "Drogen" sprechen? Dieses Buch nimmt einen Begriffin den Blick, der selbstverständlich klingt und doch eine konfliktreiche Geschichte trägt. Zwischen historischen Vorstellungen und der modernen Idee von "Rauschgift" spannt sich ein Diskurs, der psychoaktive Substanzen moralisch auflädt, politisch reguliert und gesellschaftlich ordnet.In drei Dimensionen - Substanz, Subjekt und Gesellschaft - zeichnet das Buch die Entstehung der bis heute üblichen Problematisierung von Drogen von der Antike bis zur Gegenwart nach. Der Autor zeigt, dass Rausch und Sucht keine zeitlosen Konstanten sind, sondern historische Hervorbringungen. Sie sind Bausteine einer spezifisch modernen Wissensordnung, mit der Kontrollverlust, Abhängigkeit und Gefährdung ins Rampenlicht rücken.Dabei rückt nicht nur die Wirkung von Stoffen auf Körper und Geist ins Zentrum, sondern auch die Praktiken von Ausgrenzung und Repression, die das 20. Jahrhundert prägten und bis heute fortwirken. Prohibition erscheint nicht als naturgegebene Notwendigkeit, sondern alshistorisch gewachsene Antwort auf ein Problem, das erst im Zusammenspiel von Wissenschaft, Politik und Moral Gestalt annahm.Der Autor reflektiert das moderne Drogenproblem kritisch, ohne die Risiken der Substanzen zu leugnen. Stattdessen legt er die "Matrix des Sagbaren" offen, die bestimmt, was über Drogen gedacht und gesagt werden kann. Historische Kontraste machen sichtbar, dass vermeintlich objektive Gewissheiten sozial hergestellt und daher streitbar sind. Vereinfachende Rhetoriken verlieren ihre Selbstverständlichkeit.Das Buch plädiert für einen differenzierten Blick auf Stoffe, Motive und Konsumpraktiken und eröffnet damit Raum für eine sachliche Debatte jenseits von Ideologie und Alarmismus.