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Auf der Grundlage Strukturaler Semantik versucht dieser Band, ein Modell zu entwickeln, mit dem sich die Tiefenstrukturen beschreiben lassen, die innerhalb Wagners Der Ring des Nibelungen Bedeutungen erzeugen und Mehrdeutigkeiten hervorbringen. Dies führt zu einer konstruktivistischen Sicht auf opernrelevante musiksemantische Prozesse, die der Musik mit unterschiedlichen Energie- und Ordnungszuständen lediglich die Erzeugung semantischer Grundgrößen zugesteht und ihre Abhängigkeit von Strukturen betont, die innerhalb der individuellen Semantischen Netze der einzelnen Rezipienten vorgebildet sind. Das entstehende musiksemantische Modell unterstreicht die Abhängigkeit der Musik von nicht-musikalischen Ausdrücken bei der Ausbildung konkreter Bedeutungen, räumt aber auch der Beziehung von Musik und einem Absoluten ihr Recht ein. Da beide Aspekte auch für Richard Wagners Ästhetik bedeutsam sind, stellt dieser Band daraufhin die zentrale These auf, Wagners Denken und seine Musik in Nähe zu dem musiksemantischen Modell dieser Arbeit sehen zu müssen. Damit stellt sich die Frage, ob an der Theorie eines Bruches in Wagners Ästhetik und dem Einfluss des Symphonischen in seinen Musikdramen festgehalten werden kann. Anschließend versucht dieser Band, einzelne musikalische Ausdrücke in Wagners Ring, darunter auch einzelne Leitmotive, in ihrer Gestaltung aus einem solchen Denken heraus zu erklären. Da der Musik dabei die Aufgabe abgesprochen wird, auf die interpretationsrelevanten Merkmale einzelner Figuren Einfluss ausüben zu sollen, kann sich der letzte Teil des Bandes bei einer symbolischen Deutung des Musikdramas unter einer Zusammenführung Strukturaler Symboltheorie, Generativer Erzählgrammatik und Lévi-Strauss' Mythentheorie auf die unterschiedlichen Textfassungen des Rings beschränken, Probleme bei einer kohärenten symbolischen Interpretation des Musikdramas erklären und ein interpretierbares Kernsymbol herausarbeiten.