Unternehmen kombinieren datenbasierte Werbestrategien im digitalen Raum zunehmend mit verhaltensökonomischen Methoden, um Entscheidungsprozesse von Nutzern gezielt zu beeinflussen. Kolja Kaden untersucht, in welchen Fallkonstellationen derartige Strategien Nutzer zu unerwünschten Vertragsschlüssen bewegen und ihre Privatautonomie unzulässig beeinträchtigen können.
Im Zentrum steht die Frage nach der Leistungsfähigkeit des geltenden Zivilrechts im Hinblick auf den Schutz vor manipulativen Praktiken bei der personalisierten Vertragsanbahnung. Neben den Strukturen des Vertragsrechts werden auch relevante Bezüge zum Datenschutzrecht, zur Plattformregulierung, zum Lauterkeitsrecht und zum Recht der Künstlichen Intelligenz hergestellt. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, dass der gegenwärtige zivilrechtliche Rahmen nur eingeschränkt spezifische Grenzen zur Wahrung der Privatautonomie setzt. Er spricht sich aber nicht für neue gesetzliche Regelungen, sondern für eine dogmatische Fortbildung bestehender Institute aus.
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