Ist die nachantike Darstellung des Schlagschattens tatsächlich eine Errungenschaft der Malerei der 1420er Jahre in Florenz, wie uns die Viten Giorgio Vasaris, aber auch weite Teile der Forschung bisweilen glauben lassen? Dieser Frage spürt Gerd Mathias Micheluzzi in seiner kunsthistorischen, in der Herangehensweise interdisziplinär angelegten Arbeit erstmals umfassend und systematisch nach. An frühchristlichen Mosaiken, mittelalterlichen Wissensbeständen sowie Buch-, Wand- und Tafelmalereien des 14. und 15. Jahrhunderts in Italien wird aufgezeigt, dass der Schlagschatten bereits zuvor eine nicht zu unterschätzende Rolle spielte. Zugleich wird evident, dass die nachgezeichneten Entwicklungen und Konjunkturen zwar miteinander verflochten, aber weder konstant noch teleologisch auf Naturnachahmung gerichtet sind.
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