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Die Heimatkinder verkörpern einen neuen Romantypus, der seinesgleichen sucht. Zugleich Liebesroman, Heimatroman, Familienroman – geschildert auf eine bezaubernde, herzerfrischende Weise, wie wir alle sie schon immer ersehnt haben. Wundervolle, Familienromane die die Herzen aller höherschlagen lassen.
Es sah ganz danach aus, als sei in jenen Tagen der Winter noch einmal in das obere Inntal zurückgekehrt, um sein hartes Regiment erneut zu beginnen. Die wenigen Leute auf dem Friedhof von Imst zogen fröstelnd ihre Schultern zusammen, denn Graupel und Schneeregen hatten eingesetzt. Hinzu kam ein heftiger, beißender Wind, der von den Bergen niederfuhr ins Tal und an den Kleidern zerrte. Die Osterglocken, die mancherorts schon erblüht waren, ragten mit hängenden Köpfen aus der dünnen Schneedecke.
Barbara Renz spürte den festen Druck der kleinen Kinderhand in ihrer. Dann fiel der Blick des zierlichen dunkelhaarigen Mädchens auf das kleine Dirndl an seiner Seite. Groß und flehend sahen die Blauaugen in Barbaras Gesicht.
Verlass mich net, so schienen sie zu betteln, und der Druck der Kinderhand verstärkte sich, während der Geistliche Annerls Mutter mit weihevollen Worten aussegnete.
Erst ein paar Tage war es hergewesen, dass Dora Preisinger diese Lungenentzündung bekommen hatte. Nun, zuerst hatte man es als eine Lungenentzündung nicht erkannt. Daher hatte sich Dora auch ganz hartnäckig geweigert, einen Doktor kommen zu lassen. So lag sie droben in der kleinen, zugigen Kammer auf dem Lutzhof, die sie mit Barbara Renz teilte, denn Barbara und Dora arbeiteten als Mägde bei Babette Lutz.
Von irgendwoher war Dora vor gut drei Jahren gekommen. Genaues wusste man nicht von ihr. Ihr Kind war damals gerade zwei Jahre alt gewesen, als Dora Preisinger diese Anstellung auf dem Lutzhof fand. Die Lutzin selbst war weder gut noch böse. Sie war seit Jahren Witwe, und man konnte sagen, dass sie