Der habsburgisch dominierte Südosten Europas war seit dem 18. Jahrhundert ein Raum militärischer Expansion, politischer (Neu-)Ordnung und zunehmender kultureller Verflechtung. Imperiale, nationale und später transnationale Raumkonzepte existierten hier vielfach nicht linear, sondern miteinander konkurrierend und sich gegenseitig überlagernd. Der Band spürt diesen Raumvorstellungen in einer longue-durée-Perspektive nach und rückt dabei Grenzzonen, Übergänge sowie Austauschprozesse in den Mittelpunkt der Analyse. Die Beiträge reichen vom militärischen wie administrativen Raumdenken über kulturelle Netzwerke, Reformideen und utopische Entwürfe bis hin zu den Langzeitwirkungen des Zerfalls der Habsburgermonarchie nach 1918 in den Nachfolgestaaten. Zugleich schlagen sie den Bogen zur Gegenwart, in der sich Fragen europäischer Kooperation, von Grenzen und Zugehörigkeit erneut mit Virulenz stellen. Der Band versteht den Südosten nicht als Randzone, sondern als historischen Erfahrungsraum Europas.
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